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BeitragVerfasst: So 09 Sep, 2007 22:30 
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Registriert: Fr 06 Jan, 2006 21:29
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Hallo zusammen,

obwohl dies ein Romy Schneider-Forum ist, brachte mir ein Buch-Cover heute in Erinnerung, daß auch die Essenerin Ruth Leuwerik bereits die Kaiserin Elisabeth gespielt hat, und dies sogar bereits ein Jahr vor "Sissi" (in "Ludwig II."). 14 Jahre älter als Romy Schneider, verleiht sie "ihrer" Elisabeth wesentlich gereiftere, melancholische Züge. Aufgrund der zeitlichen Dichte wurde das Kinopublikum also in relativ kurzem Zeitabstand mit zwei unterschiedlichen Sichtweisen der Kaiserin von Österreich konfrontiert. Imageprägend für Jahrzehnte wurde bekanntlich die jüngere Interpretation. :)

Trotzdem: Wie schlägt sich die "andere" Elisabeth Eurer Meinung nach? Auch wenn in diesem Film die Kaiserin strenggenommen einmal nicht die Hauptrolle spielt, ist es doch ein wesentlicher Part - daher wäre es auf jeden Fall interessant, Eure Beurteilung der schauspielerischen Leistung Ruth Leuweriks zu erfahren.

Viele Grüße, Vindobona.

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Rote Husaren die reiten, die reiten niemals, niemals Schritt. Herzliebes Mädchen, Du kannst nicht mit. (Hermann Löns)
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BeitragVerfasst: Mo 10 Sep, 2007 19:41 

Registriert: Do 26 Okt, 2006 17:11
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Hmm, dazu kann ich leider nichts bzw. nicht viel sagen äh schreiben. Ruth Leuwerik (* 24. 04. 1925 ? ) ist mir eher von den Heimatfilmen "Die Trapp Familie" /1956 und "Die Trapp Familie in Amerika" / 1958 ein Begriff und "Rosen im Herbst" / 1958 (Originaltitel der Romanvorlage: Effi Briest).

Hier ist das Sissi Forum, also denk' ich mal kann diese Filmversion ruhig erwähnt werden.

Klar, dass Romy Schneider bekannter als Ruth Leuwerik war (2. bzw. 3. Stelle der beliebtesten Schauspielerinnen in den 50er Jahren, Siegerin war damals Maria Schell - Infos aus: Renate Seydel "Ich Romy - mein Leben" ).

Was ca. 10 Jahre Altersunterschied zwischen den beiden ausmachen bzw. ausgemacht haben. ;)

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Zitate von Kaiser Franz Joseph: "Mir bleibt doch nichts erspart." - "Sie wissen nicht, wie sehr ich diese Frau geliebt habe."


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BeitragVerfasst: Mo 10 Sep, 2007 20:25 

Registriert: Mi 28 Dez, 2005 23:06
Beiträge: 345
ich hab den film vor langer zeit mal gesehen. da spielte doch ow fischer den ludwig II, oder? an ruth leuwerik als sissi kann ich mich nur mehr sehr wenig erinnern, nur weiß ich noch, dass sie andauernd sehr mütterlich "ach, ludwig ..." gesagt hat.


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BeitragVerfasst: Di 11 Sep, 2007 10:51 

Registriert: So 14 Mai, 2006 11:06
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Ich habe den Film noch nicht gesehen, ich kenne allerdings Bilder von Ruth Leuwerik als Kaiserin Elisabeth daraus. Nur auf Grund dieser Fotos würde ich schon finden, dass Romy optisch die glaubwürdigere Interpretation war, sowohl in "Sissi" als auch in "Ludwig II." von Visconti. Mir zumindest gefällt sie besser. Aber wie gesagt habe ich den Film nicht gesehen, und die Optik (Aufmachung etc.) ist ja nicht alles. :wink:

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Kaiserin Elisabeth
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BeitragVerfasst: So 16 Sep, 2007 19:14 
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Registriert: Fr 06 Jan, 2006 21:29
Beiträge: 3395
Wohnort: Köln
@ Kameliendame:

Zitat:
da spielte doch ow fischer den ludwig II, oder? an ruth leuwerik als sissi kann ich mich nur mehr sehr wenig erinnern, nur weiß ich noch, dass sie andauernd sehr mütterlich "ach, ludwig ..." gesagt hat.

Das ist richtig, O.W. Fischer spielt hier die Hauptrolle, und macht darin m.E. auch gar keine sooo schlechte Figur. Die Gesten wurden jedenfalls erkennbar den diversen Portraits, etwa von Piloty, nachgestellt. Auch die zunehmende Abwendung Ludwigs von der Wirklichkeit ist glaubhaft verkörpert. Der Dialog mit seiner Kusine Elisabeth ist mir allerdings deutlich zu einseitig angelegt. Der König hat bei der Konversation stets klar die Lufthoheit. Elisabeths Wesen erscheint nicht nur als recht kühl und verletzlich, sondern sie wirkt auch passiv und teilnahmslos. Ihre temperamentvolle Seite bleibt völlig aussen vor.

Beim Anschauen dieses Films könnte man glauben, Ludwigs Schicksal berühre sie nicht weiter. Nur ganz zu Anfang (der Film beginnt mit dem Jahr 1886) zeigt sie sich über Ludwigs Tod betroffen. Auch der Aussage, daß sie ihm den Schlösserbau ausreden wollte, stehe ich recht skeptisch gegenüber. Schauspielerisch hält Ruth Leuweriks Elisabeth im Vergleich mit Romy Schneider in "Ludwig II." (1972) nicht ganz stand, vor allem aufgrund der schlichtweg nicht vorhandenen Mimik. Es ist nicht nur die stiff upper lip der britischen Oberschicht, sondern da kommt fast überhaupt kein Gesichtsmuskel zum Einsatz.

@ Ella:
An der Aufmachung liegt es m.E. nicht. Die Kleidung ist bei allen Akteuren durchaus schick geraten, keine Frage. Insbesondere gilt dies für das schwarze Samtkleid der Kaiserin mit farblich passenden Stulpenhandschuhen sowie weißem Spitzenhalstuch. Deutlich besser gefiel mir in "Sissi" allerdings das Sternenkleid entsprechend dem Winterhalter-Portrait (vor allem die Diamantensterne sind in der Romy-Verfilmung unvergleichlich schön). In "Ludwig II." trägt Ruth Leuwerik es in einer sehr privaten Opernvorstellung - nur an der Seite des Königs, ohne weiteres Publikum.

Die Gesichtsmaske allerdings ist durchweg sehr bleich, geradezu blutarm geraten. Möglicherweise trug die Schauspielerin ja schwer an diesem Materialauftrag. :lol: Übrigens zeigt der Anfang des Films (Elisabeth hat hier einen Alptraum vom Tod des Königs, der sich zeitnah ereignet) eine verhärmte Kaiserin, doch sie verändert ihre Gestalt in all den Jahren zwischen 1864 und 1886 sonst gar nicht. Sogar noch einige Tage vor dem Tod Ludwigs erscheint sie immer noch als die junge Kaiserin der 1860er Jahre! Vergleiche ich sie allerdings mit Ava Gardners Darstellung in "Mayerling" (1968), finde ich die Elisabeth in Helmut Käutners "Ludwig II." noch relativ gut gelungen.

Insgesamt ist der Film sicher kein epochemachendes Meisterwerk, wartet aber mit einigen interessanten Szenen auf, so auch mit dem frühen Klaus Kinski (als Ludwigs Bruder Otto v. Bayern). Als der König sich mit dem Gedanken an eine Festsetzung auseinandersetzt, hält er eine unheimlich und entrückt wirkende Zwiesprache mit seinem Bruder, der ihm die Schönheit seines Refugiums mit vergitterten Fenstern schildert, hinter denen er bereits leben muß. Hier (und bei der Frage des Königs, wie annehmbar denn Dr. Gudden sei), stellen sich beim Zuschauer leichte Schauer ein. Keine Frage, an diesen Stellen blitzen in diesem Film doch einmal ein paar starke Seiten auf. Alles in allem ein recht annehmbares Produkt der 1950er Jahre.

Viele Grüße, Vindobona.

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BeitragVerfasst: Mo 17 Sep, 2007 12:07 

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Beiträge: 939
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Elisabeth war eine Tante 2. Grades zu Ludwig II, also eine Cousine seines Vaters. Das wird in vielen Büchern, Filmen etc. immer falsch angegeben.

Auch Elisabeths Eltern waren miteinander verwandt (das stimmt), allerdings nicht Cousin und Cousine, sondern eher sowas wie "Onkel" und "Nichte."

Max' Großmutter und Ludovikas Vater waren nämlich Geschwister. Somit "fehlt" auf Ludovikas Seite eine Generation und alles verschiebt sich. (vgl. auch Rudolf und Stephanie von Belgien.)

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BeitragVerfasst: Di 13 Jan, 2015 7:08 

Registriert: So 26 Okt, 2014 13:31
Beiträge: 1615
Hin und wieder wird Ludwig II mit O.W. Fischer und Ruth Leuwerik im TV ausgestrahlt.

Kaiserin Elisabeth wurde in diesem Film von Ruth Leuwerik dargestellt. Ich finde sie war eine gute Besetzung und hatte eine majestätische Ausstrahlung.

Wie findet Ihr diese Version von Kaiserin Elisabeth?


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 Betreff des Beitrags: Re: Die vergessene Sisi-Darstellerin
BeitragVerfasst: Fr 16 Jan, 2015 19:23 
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Ich habe diesen Ludwig II. - Film nun schon einige Zeit nicht mehr gesehen, obwohl die DVD in meinem Schrank steht... :oops: Soweit ich mich erinnere, macht Ruth Leuwerik als Elisabeth aber eine gute Figur - speziell die melancholische Seite der Kaiserin wird in der schauspielerischen Darstellung gut verkörpert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die vergessene Sisi-Darstellerin
BeitragVerfasst: Fr 16 Jan, 2015 21:43 
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Als "vergessene Sisi-Darstellerin" würde ich Ruth Leuwerik sicherlich nicht bezeichnen. Immerhin war sie in den 1950ern eine sehr populäre Schauspielerin und der Ludwig II-Film mit ihr wird immer mal wieder im Fernsehen gezeigt und war für seine Zeit hochkarätig besetzt.
Ich würde eher Linda Geiser aus "Königswalzer", ebenfalls von 1954, als "vergessene Sisi-Darstellerin" bezeichnen. "Königswalzer" lief etwa ein halbes Jahr vor dem ersten "Sissi"-Film in den Kinos an und behandelt den Zeitraum von Sisis zwischen ihrer Verlobung und ihrer Abreise nach Wien. Der Film läuft nicht allzu oft im Fernsehen und ist -ähnlich wie "Kaiserwalzer"- eher einer der "vergessenen" Sisi-Filme.

Was mir bei diesem Ludwig-Film am stärksten aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass man beim Sehen ein wenig den Eindruck bekommt, als wäre zwischen Ludwig und Elisabeth mal "was gewesen" oder beinahe gewesen, jedoch hätten beide aufgrund von Elisabeths Ehe dieses "Verhältnis" beendet. Ist zwar schon ein wenig her, dass ich den Film das letzte Mal gesehen habe, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, zwischen den beiden würde eine alte Liebesgeschichte angedeutet werden. (Was historisch schon allein aufgrund des Altersunterschieds etwas albern wäre - Ludwig war ja noch ein Kind, als Elisabeth den Kaiser geheiratet hat-, von der historischen Wirklichkeit wollen wir gar nicht erst anfangen. :lol: )
Das kommt zum Beispiel bei Visconti ganz anders rüber. Hier ist Elisabeth eher die "beste Freundin" eines schwulen Mannes, nicht seine (ehemalige) Geliebte im - Sinn.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die vergessene Sisi-Darstellerin
BeitragVerfasst: Fr 16 Jan, 2015 22:59 

Registriert: Fr 04 Jan, 2013 16:44
Beiträge: 552
Wohnort: Nordrhein-Westfalen
Aus den Aufzeichnungen einiger Vertrauter von Elisabeth geht hervor, daß das Verhältnis zu Ludwig gar nicht so gut war, wie immer beschrieben. Elisabeth war genervt von den Allüren des Königs und wollte, wenn sie in Bayern weilte, wenig mit ihm zu tu haben.

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•Es ist leichter, einen Atomkern zu spalten als ein Vorurteil
- Albert Einstein -


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