Nach Ende der Kriegswirren herrschte in den 50er / 60er Jahren diesseits und jenseits der Donau die Sehnsucht "nach der guten alten Zeit". Die Menschen suchten Abstand von der Geschichte und fanden Ablenkung in royalistisch-geprägten emotionsreichen Kostümfilmen. Regisseur Ernst Marischka hatte die Tendenz erkannt, Österreich die "Sissi"- Filme "geschenkt" und das Bedürfnis der Menschen nach Harmonie und Liebe grenzübergreifend gestillt.
Nicht ganz so harmonisch war zwischenzeitlich das deutsch-österreichische Verhältnis: Als "Sissi" 1957 in Beirut unter Schirmherrschaft des deutschen Botschafters als "Deutscher Film" vorgestellt wurde, avancierte "Sissi" zum Politikum. Das Österreichische Handelsministerium warf dem Münchner Herzogfilmverleih - Rechteinhaber für den Weltvertrieb "Sissi" - vor, das Herkunftsland bei Auslands-Aufführungen des Films zu verschweigen.
Eine daraus resultierende schriftliche Beschwerde bei deutschen Botschaft in Bonn ermahnte die deutschen Auslandsvertretungen vehement zur Einhaltung österreichischer Urherberrechte.
Auszug aus der Abendzeitung vom 15.5.1957
"Die Österreicher wachen eifersüchtig darüber, dass dieser Film, der sich anschickt, Europa zu erobern, auch unter der richtigen Flagge, nämlich der rotweißroten Österreichs, anläuft. Ehre, wem Ehre gebührt. In diesem Fall gebührt sie den Österreichern."