Verhandlungen über den 4. Teil
Der "Sissi"- Film machte aus der beliebten Jungschauspielerin Romy Schneider über Nacht einen gefeierten Star. Sie wurde weltweit zum Idol einer ganzen Generation. Vor allem pubertierende Mädchen himmelten ihre "Sissi" an. Trotzdem - oder gerade deswegen - lehnte die damals Siebzehnjährige eine Fortsetzung der Liebesgeschichte zunächst kategorisch ab. "Die Leute verwechseln mich ja jetzt schon mit Sissi", beklagte sie sich bei Regisseur Marischka. Dem Produzententeam gelang es letztlich aber doch, Romy von einer Fortsetzung zu überzeugen. Unter der Bedingung, in "Robinson soll nicht sterben" - ihrem Lieblingsstoff - mit Horst Buchholz vor der Kamera stehen zu dürfen, stimmte sie dem zweiten Teil von "Sissi"- zu. Millionen begeisterter Zuschauer freuten sich über "Sissi, die junge Kaiserin". Der Film ließ Kinokassen klingeln und machte Romy Schneider zu "Deutschlands beliebtester und teuerster Filmschauspielerin."
Schnell wurde ein dritter Teil geplant, gegen den sich die mittlerweile selbstbewusste Hauptdarstellerin jedoch mit aller Kraft zur Wehr setzte: "Nicht, dass ich die Sissi-Serie bedaure, ich verdanke den Filmen sehr viel, aber wenn man zwei- oder drei Mal die gleiche Rolle spielt, wird sie zu einem Zwangskorsett", erklärte sie in einem späteren Interview. Doch wieder ließ sich Romy Schneider umstimmen und stand 1957 für die Dreharbeiten von "Sissi, Schicksalsjahre einer Kaiserin" vor der Kamera, bevor sie sich für lange Zeit von der Film-Kaiserin verabschiedete.
Als ihr Regisseur Ernst Marischka das Drehbuch für einen vierten "Sissi"- Film vorgelegte, lehnte sie ab und blieb auch dann noch hartnäckig, als er ihr die unglaubliche Gage von einer Millionen Mark anbot. Mit dieser Entscheidung ging die damals 20-Jährige in die Geschichte des Films ein. Erst 1972 - als international anerkannte, preisgekrönte Schauspielerin - verkörperte Romy Schneider ein letztes Mal die Rolle, die ihr Leben so entscheidend verändert hatte: In "Ludwig II" - unter der Regie Luchino Viscontis - stand sie als gereifte österreichische Kaiserin neben Helmut Berger vor der Kamera.