Die Kleider der Kaiserin

Die Kleider der Kaiserin

Es ist nicht nur Romy Schneiders Schauspielkunst zu verdanken, dass sie als liebreizende „Sissi” in den 50er Jahren ein Millionenpublikum verzauberte und jahrelang mit dem Image der „Märchenkaiserin” zu kämpfen hatte. Dass sie die charismatische „Sissi” so authentisch verkörperte, daran hatte vor allem eine Frau großen Anteil: Kostümbildnerin Gerda Iro.

Unter ihrem Künstlernamen „Gerdago” (als geborene Gerda Gottschlich) entwarf sie alle Kostüme für den dreiteiligen Kassenschlager: von „Sissis” traumhafter Hochzeitsrobe über das berühmte Sternenkleid (in Anlehnung an Winterhalders historisches Gemälde) bis hin zum edlen Reitkostüm. Gerdago, die ihr Handwerk Ende der zwanziger Jahre in Berlin und Paris gelernt hatte, prägte in vier Jahrzehnten nachhaltig den Kostümstil des österreichischen Films. Dank ihres sicheren Gespürs für den jeweiligen Zeitgeist stillte sie mit den Traumroben der Kaiserin „Sissi” zu Nachkriegszeiten die Sehnsucht der Menschen nach Wohlstand, Glück und Romantik.

Im Laufe ihrer Karriere verantwortete Gerdago die Kostümberatung- und Ausstattung in Revuen, Operetten und mehr als 200 Filmen, darunter „Maskerade” (1934), „Kaiserwalzer” (1953) und „lm weißen Rößl” (1961). Sie entwarf sowohl Kostüme für Paula Wessely und Waltraud Haas als auch Gehröcke für so namhafte Schauspieler wie Theo Lingen und Hans Moser. Gerdago, eine der erfolgreichsten österreichischen Kostümbildnerinnen, starb 2004 im Alter von 97 Jahren in ihrer Heimatstadt Wien.